Banyuwangi – Auf zum Ijen

Banyuwangi – Auf zum Ijen

Nach einer ziemlich schwankenden Fährüberfahrt betreten wir javanischen Boden. Mit dem Taxi geht’s in die nahegelegene Stadt Banyuwangi. Diese dient uns als Ausgangspunkt für unsere erste richtige Vulkantour, denn in der Nähe befindet sich der Vulkankomplex Ijen.

Fähre von Bali nach Java

Um Mitternacht steigen wir auf unser winziges Gefährt (das Shetland-Pony unter den Mopeds). Eine gute Stunde fahren wir durch die Dunkelheit. Mit beginnender Steigung fängt der Nieselregen an und wir müssen unsere Regenjacken überwerfen. Die Luft wird immer kälter, die Straße immer steiler. Ein leichter Schwefelgeruch ist ab und zu wahrnehmbar. Wir erreichen den Parkplatz und kaufen mir erstmal ein paar Handschuhe. Nachdem wir den Eintritt bezahlt haben (ausgerechnet heute ist ein Feiertag und dadurch ist es teurer als sonst), schließen wir uns dem bergauf fließenden Strom aus Menschen mit Taschenlampen an. Wir brauchen unsere Lampen nicht, da der Vollmond genug leuchtet. Beim Aufstieg kommen wir an vielen einheimischen Jugendlichen vorbei, die sich zum Verschnaufen auf den Boden gesetzt haben. Irgendwann sind wir über den Wolken und haben ein paar schöne Ausblicke im Mondschein. Oben erwartet uns ein zauberhafter Blick auf den Vulkankrater…

Kratersee im Mondlicht

Fabi bringt seine Fotoausrüstung zum Einsatz. Jede Lichtstimmung wird ausgekostet, so gut es geht. Nur die Taschenlampentouristen stören, denn sie leuchten manchmal genau ins Bild, um zu gucken, was es denn da zu fotografieren gibt.

Während Fabi sich mit dem vom Mond beleuchteten Krater beschäftigt, möchte ich gern das berühmte und weltweit einmalige blaue Feuer sehen, welches man nur nachts sehen kann. Ein paar Flammen sieht man auch schon von hier aus der Ferne. Ich mache mich an den steinigen Abstieg in den Krater hinein. Ein Schwefelarbeiter rät dringend, nun die Schwefelmaske aufzusetzen. Sie tragen jedoch selbst keine. Ab und zu kommt ein Arbeiter entgegen, der mit unglaublichen 80 Kilogramm Schwefel auf seinen Schultern beladen ist. Nach etwa 20 Minuten bin ich unten. Hier sieht man die Schwefeldämpfe direkt aus dem Gestein kommen. Ein Arbeiter hackt und hebelt mit einer Eisenstange Schwefelbrocken ab und schmeißt sie hinter sich. Immer wenn der Wind das Schwefeldioxid in sein Gesicht treibt, muss er hustend und mit einem Tuch vor dem Mund flüchten. Einmal erwischt so eine Schwefelwolke auch mich. Selbst mit Atemmaske bekomme ich für ein paar Sekunden kaum Luft… Ruhe bewahren und woanders hingehen. Es geht wieder. Die tänzelnden blauen Flammen sind wirklich ein faszinierendes Schauspiel.

Im Krater des Ijen. Die blauen Flammen entstehen, wenn sich der Schwefel entzündet. In Rohren kühlt der Schwefel aus und wird fest. Rechts unten mit dem Schwefel beladene Körbe.

Schließlich geht es wieder an den Aufstieg. Auf einmal kommen noch viel mehr Menschen herunter. Das macht den Rückweg langwierig, da nun ein Stau entsteht aus einer Schlange Menschen hoch und einer runter.

Der Taschenlampenstrom hinab zum blauen Feuer und Kratersee
In voller Fotoaction…

Oben wartet Fabi schon auf mich, glücklich über das außergewöhnliche Foto. Wir laufen am Kraterrand entlang, von wo wir auch tolle Blicke auf den türkisen Kratersee und die umliegenden Vulkane haben. Übrigens ist der See extrem sauer und wird als größter Säuresee der Erde angesehen. Langsam geht die Sonne blutrot über dem Meer auf und taucht alles in goldenes Licht.

Kratersee Kawah Ijen, links die Schwefelmine
Auf dem Kraterrand kann der Sonnenaufgang bewundert werden.

3 Gedanken zu „Banyuwangi – Auf zum Ijen

  1. hey ihr beiden,

    wieder klasse Bilder und Eindrücke, auch in den letzten Posts.

    Der „Taschenlampenstrom“ ist ja echt crazy.

    Wünsch euch weiterhin „Bon Voyage“.
    Passt auf euch auf.

    Grüße aus Berlin.
    Heiko

    1. Hey,
      krass geil 😉
      Die Touristen waren zum großen Teil einheimisch. Wir schätzen auf 70:30. Und trotz der vielen Mitbestauner war es ein sehr eindrucksvolles Erlebnis, das definitiv ein Highlight unserer Reise ist.
      Schöne Grüße in die Heimat!

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