Amed – Die Rückkehr

Amed – Die Rückkehr

 

Nach acht Stunden mit dem Zug, einer Übernachtung am Hafen, einer übelkeitsfördernden Fährüberfahrt, einer langen Busfahrt und einer Bemotour sind wir zurück in … Amed! Der nächste Morgen begrüßt uns gleich mit einem Vulkanausbruch. Naja, es ist mehr eine riesige Aschewolke, aber total beeindruckend.

Die nächsten zwei Wochen sind wir fast jeden Tag im Wasser und schnorcheln. Ziemlich bald erleben wir einen weiteren Höhepunkt: Wir begegnen einer waschechten ca. einen Meter großen Meeresschildkröte! Erstaunlicherweise nicht scheu, kommt sie sogar von sich aus in unsere Nähe. Wir können sie beim Fressen von Korallen und beim Luftschnappen  an der Wasseroberfläche beobachten. Ein tolles Tier!

Der Fischer und sein Boot

Auch viele weitere interessante Tiere können wir wieder beobachten, zum Beispiel einen kleinen Rochen. Immer wieder etwas Neues zu sehen, macht das Schnorcheln einfach nie langweilig. In der Gegend liegt außer dem kleinen japanischen Schiffswrack, an einer anderen Stelle auch ein größeres amerikanisches Wrack aus dem zweiten Weltkrieg versunken. Dieses, bzw. eher seine neuen Bewohner, kundschaften wir auch aus.

Am Strand findet gerade eine Verbrennungszeremonie eines Angehörigen statt, begleitet von Gamelan-Musik. Am nächsten Tag entdecken wir zufällig unter Wasser die Asche und Knochenreste. Da ich an der Stelle aus Versehen Wasser verschlucke, lebt ab jetzt ein kleiner Anteil eines Balinesen in mir weiter 😉

Als wir mit dem Scooter die Gegend erkunden finden wir auch rund um Amed die malerischen Reisterrassen.

Fabis nächstes Projekt ist das Einfangen des Vulkan Agung zusammen mit der Milchstraße. Beim dritten Versuch haben wir die perfekte Stelle und Uhrzeit gefunden. Während Fabi mit seiner Kamera beschäftigt ist, mache ich mich mit den Sternbildern am Himmel vertraut. Dank allwissendem Handy heute gar nicht mehr so schwierig. Skorpion, Schütze, Steinbock, Kranich und mehr, alle gut zu erkennen. Außerdem kann man den Mars und Saturn sehen.

Wir möchten von Amed aus das bekannte “Himmelstor“ besuchen. Das ist ein Tempel mit einem besonderen Tor vor einer tollen Aussicht. Jedoch wählen wir den falschen Ausgangspunkt. Nachdem wir einen Sarung geliehen haben, gehen wir schätzungsweise 3000 Stufen hinauf durch Wald und Nebel. Eigentlich ist es mehr eine triefnasse Wolke, die sich immer mal wieder kleinerer Mengen Wasser mittels Regen entledigt. Das Moos, das von den Bäumen hängt, kann man auswringen. Dieser Nebelwald ist sehr hübsch. Weiter oben treffen wir eine Horde Affen und ganz oben, wo wir das Himmelstor erwarten – nichts. Naja, ein paar kleinere Tempel, die aber bereits geschlossen sind. Wir haben nicht mal eine Aussicht. Als wir uns auf den Rückweg machen, treffen wir ein russisches Pärchen, das genau wie wir am Ende der Treppen das Himmelstor erwartet hat. Zwei Chinesinnen weiter unten haben auch keine Spur von dem Tor gefunden. Immerhin erfahren wir später, dass die Einheimischen glauben, diesen Weg schaffe nur, wer kein schweres Herz hat. Diese Probe haben wir bestanden!

Lempuyang Tempel beim Himmelstor

Am nächsten Tag starten wir einen neuen Versuch und diesmal finden wir den richtigen Parkplatz. Total überfüllt, werden hier sogar Reisebusse ausgekippt. Die Leute reisen extra für das Tor stundenlang von Ubud oder noch weiter an. Wir müssen diesmal keine 3000 Stufen steigen, sondern vielleicht 30. Der Tempel ist ganz hübsch soweit, aber das Theater was hier veranstaltet wird ist ziemlich skurril. Eine Schlange von Touristen wartet darauf, dran zu sein. Der Drannste wird aufgerufen, er oder sie geht zur Fotografin um ihr das Handy oder die Kamera zu geben, geht in das Tor, um auf Kommando genau drei (Instagram?-) Posen zu machen, und der nächste wird aufgerufen und abgefertigt. Wir haben genug gesehen und verschwinden.

Dafür finden wir auf dem Rückweg noch eine tolle Aussicht auf den wolkenumwobenen Agung.

Die zwei Wochen Urlaub in Amed haben uns gut getan. Nun haben wir nochmal circa zwei Wochen, bis das Indonesien-Visum ausläuft. In der Zeit geht es als nächstes auf die kleine Insel Nusa Penida zwischen Bali und Lombok.

Der Agung im Abendlicht.

2 Gedanken zu „Amed – Die Rückkehr

  1. sollte mich jemand nach dem unterschied zwischen urlaubsreise und trip fragen, werde ich ich ihm vorschlagen, euer reisetagebuch zu lesen. text und bilder werden von tag zu tag besser.

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