Nusa Penida – Cliffs & dolphins

Nusa Penida – Cliffs & dolphins

Der „Hafen“ von dem wir uns Richtung Penida schiffen lassen

Wir werden noch vor Sonnenaufgang von unserem Fahrer aus Amed abgeholt, der uns bis zum nächsten Hafen bringen wird. Um diese Uhrzeit ist es dermaßen dunkel, dass man das von den Wellen an den Strand gespülte Leuchtplankton ohne Weiteres sehen kann. Der Hafen begrüßt uns mit dem Sonnenaufgang. Es herrscht geschäftiges Treiben. Viele Waren stehen herum und werden von Männern von den Fahrzeugen zu den Booten geschleppt.

Versorgungsschiff für die kleine Insel Penida

Wir müssen so früh die Fähre nehmen, denn derzeit verkehren später keine mehr. Der Wellengang wird im Laufe des Tages nämlich zu stark. Schließlich kommt unsere Fähre, pardon, Speedboat und rast in einem Irrsinnstempo, immer wieder auf die Wasseroberfläche donnernd, zur Insel Penida. Bereits nach 17 Minuten ist der Spuk vorbei. Nun können wir mit dem geliehenen Roller die Insel erkunden.

Das nenne ich mal Küstenstraße

Genauer gesagt erkunden wir vorrangig die einmalige Steilküste, die stellenweise ganz besondere Formen annimmt. So schmiegt sich zum Beispiel der Kelingking Beach an die Form eines T-Rex‘.

Kopf und Schwanz des T-Rex

Am Angels Billabong, eine Felsformation mit natürlichem “Pool“, erleben wir riesige Wellen, die gegen die Felsen klatschen und zig Meter hoch spritzen. Sie überfluten das Land und Leute flüchten schreiend… Ein sehr beeindruckendes Schauspiel. Immer sind hier nicht so hohe Wellen. Wir haben Glück, dass gerade laut Medien die “größte Welle seit Jahrzehnten“ in Richtung Bali rollt.

Die Wellen krachen unaufhörlich gegen die mindestens 20-30 Meter hohe Steilküste. Im Hintergrund ist sogar noch der Agung auf Bali zu sehen.

In der Nähe finden wir eine Stelle ohne Namen, die es in sich hat. Von der Kante einer hohen Klippe aus hat man einen tollen Blick auf eine Bucht und das wellige Meer. In der Ferne pafft der Agung weiter vor sich hin, der die Aussicht perfekt macht. Währenddessen sehen wir eine Gruppe Delfine ruhig vorbei ziehen, sieben Stück an der Zahl! Hier bleiben wir bis zum Sonnenuntergang…

Ein anderer toller Aussichtspunkt ist der Banah Point. Von hier aus kann man in verschiedenen Richtungen das ewige Kräftemessen von Wasser und Felsen beobachten. Wir sehen sogar mehrere Riesen-Mantarochen. Dass wir sie aus dieser beträchtlichen Höhe noch so gut erkennen können, liegt an der Größe der Tiere, denn sie können eine Spannweite von bis zu sieben Metern erreichen!

Direkt an der Steilküste stehen immer wieder Tempel
Der Blick in die andere Richtung. Wer erkennt hier auch einen schlafenden Wolf? Im Gegensatz zum T-Rex auf keiner Karte zu finden.

Uns gefällt es hier so gut, dass wir noch einmal zu einer unmenschlichen Uhrzeit aufstehen, um von hier den Sonnenaufgang zu sehen. Zusätzlich wollen wir die heute gegen 4:21 Ortszeit stattfindende Mondfinsternis erleben. Während der Fahrt können wir schonmal ein paar kurze Blicke auf den Blutmond erhaschen. Doch die Wolken gewinnen die Oberhand, sodass wir bald nichts mehr sehen. Als wir den Banah Point erreichen, fängt es auch noch zu nieseln an. Ein schöner Sonnenaufgang wird es dennoch und wir sehen wieder die Rochen durchs Wasser schweben.

Hier sieht man die Umrisse der Rochen. Die hohen Klippen erschweren das Fotografieren.

Die Crystal Bay ist eine Bucht, die sich gut zum Schnorcheln eignen soll. Nicht jedoch, als wir dort sind. Das Wasser ist viel zu wellig und aufgewühlt. Trotzdem ein idyllisches Fleckchen. Ein kleiner Weg führt über Treppen bis zur nächsten Bucht, die auch sehr schön ist.

Während wir uns bisher die Westseite der Insel angesehen haben, ziehen wir für vier weitere Tage an die Ostseite. Dort liegt der Atuh Beach. Wenn man dorthin möchte, müssen viele sehr hohe Treppenstufen hinab überwunden werden. Sofort fallen die charakteristischen Felsformen im Wasser auf. Am Strand stehen viele bunte Liegen und chillige Musik wird gespielt.

Atuh Beach

Das Baden hier ist nicht ungefährlich, da das Wasser flach ist und einige scharfkantige Felsen unter der Oberfläche darauf warten, dass jemand von den Wellen dagegen geschleudert wird. Die Ebbe nimmt mit fortschreitender Tageszeit zu und legt bis zum Abend die Korallen frei. Zwischen denen laufen dann die vielen Seesterne, Krabben und andere Tiere herum. In den Armen der Korallen verheddert sich leider viel Müll, wie Fischernetze, Seile, Tücher, Plastiktüten, Reste von Flipflopsohlen oder ganze Neopren-Taucheranzüge – Das habe ich jedenfalls alles heraus gepfriemelt und gefizzelt.

Die weitere Umgebung ist eigentlich nicht mehr so spektakulär. Bis auf die teilweise spektakulär schlechten Straßen! Auf der gesamten Insel gibt es nur wenige intakte Straßen. Die meisten sind so schlecht, dass eine Fahrt darauf ein Abenteuer für sich ist. Ansonsten besteht das typische Bild im Innern der Insel aus Dörfern, Hühnern, Kühen und Trockenheit.

Karten spielen auf der Veranda unseres Homestays. Solche reich verzierten Fassaden sind nicht selten in der Gegend (auch auf Java), während das Innere des Hauses meist eher einfach gestaltet ist.

Dennoch wird der Abschied, also die Fahrt zum Hafen, recht emotional für uns. Es fühlt sich schon fast wie ein Abschied von Bali an. Wir nähern uns nämlich schonmal langsam dem Flughafen an, denn in wenigen Tagen ist es soweit…

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