Melaka – An der Straße von…

Melaka – An der Straße von…

Unser Weg nach Melaka führt uns zunächst zum etwas außerhalb liegenden Busbahnhof von Kuala Lumpur. Ein überraschend riesiger Komplex mit Checkin-Schalter und Wartehallen mit Flughafen-Flair. Unser Bus hat uns für die Strecke zusammen nur umgerechnet 5€ gekostet, das ist rekordverdächtig. Und das, obwohl wir sogar Sitze mit Massagefunktion haben. Da kann man sich nicht beklagen. Auf dem Weg Richtung Süden passieren wir endlose Palmenplantagen.

Schön am Ufer flanieren…

Melaka hat uns gereizt, da es eine sehr schöne Altstadt hat. So ist es außerdem UNESCO-Weltkulturerbe seit 2008. Das erste, was wir bemerken: Es ist voller asiatischer Touristen. Die Altstadt ist nett, aber auch relativ klein. Die riesigen chinesischen Hotelanlagen, die daneben aufragen, wirken etwas deplatziert. Genauso die zahlreichen knallbunt verzierten Fahrrad-Rikschas, die versuchen sich gegenseitig mit schriller Techno- und Popmusik zu übertönen. Den asiatischen Touristen gefällt’s scheinbar größtenteils.

Eine der vielen bunten Fahrradrikschas

Dennoch kann der Ort durchaus mit Kultur aufwarten. In der “Straße der Harmonie“ ist Name Programm. So befinden sich hier eine Moschee mit hinduistischen und europäischen Einflüssen, ein chinesischer konfuzianischer Tempel und ein indischer Tempel fast nebeneinander.

die „Straße der Harmonie“, vorn links ein indischer Tempel, der weiße Turm weiter hinten eine Moschee

Auch eine christliche Kirche gibt es, die während der Kolonialzeit von den Holländern erbaut wurde. Die Holländer haben noch so einiges mehr hier stehen gelassen. So zum Beispiel das ehemalige Rathaus (Stadthuys), in dem sich heute ein historisches Museum befindet, die auf einem Hügel befindlichen Ruinen der St. Pauls Kirche, eine Stadtmauer und vieles mehr. Von den Portugiesen dagegen stammt die Festung A Famosa. Es ist interessant zu sehen, wie die verschiedenen historischen Einflüsse zusammenfließen und etwas einzigartiges Neues formen.

Das haben die Holländer hier gelassen…
… und das auch.

Ansonsten ist die chinesische Kultur allgegenwärtig. Eine Besonderheit (nicht nur) hier ist die Baba-Nyonya-Kultur. Diese formte sich im 19. Jahrhundert, als chinesische Gastarbeiter malaiische Frauen heirateten. So entstand eine Mischung aus chinesischer Religion und malaiischer Sprache und Kultur. Durch fortwährendes Heiraten innerhalb der „Gruppe“ oder mit Chinesen blieb dies bis heute erhalten.

Sehenswert ist außerdem die schwimmende Moschee, die auf Stelzen direkt in der viel befahrenen, berühmten Straße von Malakka steht (Malakka = deutsch, Melaka = malaiisch). Gegenüber am Ufer versammeln sich allabendlich die Menschen, um die Moschee vor der untergehenden Sonne zu betrachten. Sobald die Sonne untergetaucht ist, beginnt der charakteristisch klingende Gesang des Muezzins…

An Bewunderern herrscht kein Mangel

Am letzten Abend schlendern wir über den jedes Wochenende stattfindenden Nachtmarkt. In der Mitte befindet sich eine große Bühne, wo Karaoke gesungen wird. Die Sänger/innen stammen offenbar von hier und sind schon älterer Couleur. Sie singen teils ältere Lieder, wirken erst recht routiniert, legen sich dann aber richtig ins Zeug. Macht Spaß zuzusehen!

Stille Seitengasse

Nächste Destination wird Singapur sein. Obwohl wir dies schon abgeblasen hatten (sehr teure Stadt!), hat uns ein unerwartetes Geschenk dennoch dorthin geführt…

2 Gedanken zu „Melaka – An der Straße von…

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