Singapur

Singapur

Beim Grenzübergang nach Singapur muss man aufpassen, keine Kaugummis dabei zu haben. Die sind nämlich, außer zu medizinischen Zwecken, verboten! Das ist natürlich nicht das Einzige, was man nicht einführen darf. Im Vorfeld haben wir gelesen, dass die Grenzkontrollen bzw. Zollbestimmungen sehr streng sind und z.B. auch unsere Reiseapotheke ein Problem darstellen könnte. Letztendlich war die Kontrolle so wie an jedem Flughafen. Schon etwas strenger als andere Grenzübergänge über Land, aber nicht wie befürchtet.

Ein großzügiges Geschenk ermöglicht uns diesen tollen Blick aus dem Hotelzimmer. Danke Mama!

Dass Singapur sehr teuer ist, haben wir auch schon beim Buchen des Hotels gemerkt. Aber für eine Flasche Wasser (mindestens) 2,50$, das ist heftig! Vom Optischen könnte man meinen, in einer US-amerikanischen Großstadt zu sein. Dieser Eindruck wird durch die teilweise englischen Straßennamen und -markierungen verstärkt. Man sieht viele teure Limousinen herumfahren. Im Vergleich zum Rest von Südostasien ist zumindest die Innenstadt außerdem sehr sauber. Das liegt daran, dass es hoch bestraft wird, wenn man sich beim Wegschmeißen von Müll erwischen lässt.

erste Erkundungstour

Wegen des Zwangs fühlt sich das Benutzen des Mülleimers plötzlich seltsam an. Es ist auf jeden Fall ein schöneres Gefühl, es aus freien Stücken und eigener Überzeugung zu tun! Fabi kommt auch schon am ersten Abend in die Quere der Security (~ Ordnungsamt), weil sein Fotostativ den Boden hinter einer Absperrung am Ufer berührt. Naja, er war wohl schon immer ein Rowdy.

Auch das Ein- und Aussteigen aus der U-Bahn erfolgt genau nach Vorschrift.

Wir genießen den abendlichen Blick auf die Skyline, während gleich nebenan auf einer kleinen Bühne ein kostenloses Rockkonzert stattfindet.

Das beim Gesetzesübertritt entstandene Foto

Die Marina Bay ist normalerweise der erste Anlaufpunkt für alle Touristen. So auch für uns. Das namensgebende berühmte Hotel sowie Einkaufszentrum gegenüber prägt das Bild. Außerdem sieht man viele moderne Hochhäuser, fast allesamt Banken. Davor befindet sich der Merlion-Brunnen. Dieser ist halb Fisch, halb Löwe und das Wahrzeichen von Singapur. Auf der anderen Seite liegt das Kunstmuseum mit einer ganz besonderen runden Architektur.

Am zweiten Abend gehen wir zur kostenlosen Licht- und Wassershow vor dem Marina Bay-Hotel, die jeden Abend zweimal läuft. Wir haben gehört, dass es sich lohnt, sich das anzusehen und es stimmt! Die rhythmischen Wasserbewegungen der vielen Springbrunnen passen perfekt zur lauten Musik, bei der es sich wahrscheinlich um Filmmusik handelt. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel! Auch für weiteres Entertainment rund um das Hotel/ Einkaufszentrum ist gesorgt. So zum Beispiel ein Brunnen der besonderen Art…

Vom Marina Bay Hotel auf die andere Flussseite führt eine Brücke, deren Architektur ebenfalls ungemein modern ist.

links das Marina Bay-Hotel

Wir laufen etwas weiter an einem anderen Uferabschnitt entlang und entdecken dort schöne alte Häuser aus der Kolonialzeit. Der Kontrast zu den modernen Wolkenkratzern dahinter ist ziemlich eindrücklich!

Auf dem Weg zurück kommen wir durch die  Altstadt rund um die Arabic Street. Sie besteht aus schönen kleinen Häusern, schmalen Gassen, vielen Bars und Restaurants und Musikern. Eigentlich könnte man sich hier auch irgendwo in Europa befinden. Dann kommen wir an der Masjid Sultan vorbei, einer großen, gut aussehenden Moschee.

Altstadtgewusel
Leider abgeschnitten und nicht die Masjid Sultan, dafür eine andere schnuckelige Moschee

Wie auch in Kuala Lumpur gibt es ein indisches Viertel mit Ständen voller Blumen, Gemüse, Obst, bunten Stoffen und Kleidern.

Wenn man verzweifelt auf der Suche nach Obst und Gemüse ist: Auf den Inder ist immer Verlass.

Hinter dem Marina Bay liegt der große Park “gardens by the bay“, den wir uns an einem anderen Tag ansehen. Bekannt ist er vor allem wegen der “Super Trees“, riesige aus Metall gefertigte Skulpturen, an denen Rankpflanzen empor wachsen und die abends angeleuchtet werden.

Ansonsten ist der Park recht gestriegelt und geordnet, mit teilweise ziemlich kitschigen Accessoires. Nicht so ganz unser Geschmack, aber immerhin grün. Insgesamt passt er zu der Stadt. Gerade Hochhäuser, perfekt gemähter Rasen, perfekt geschnittene Bäume, schnurgerade Straßen.

Wie an der Wegbeschriftung unschwer zu erkennen ist, ist zu Fuß gehen in Südostasien überbewertet.

Ein Mann spricht uns im Bus an, der hier geboren ist. Er sagt, vom eigentlichen Singapur ist nicht mehr viel übrig. Große Teile der heutigen Innenstadt waren Sumpfgebiet. Die Entwicklung der Bebauung ging rasend schnell, vielleicht zu schnell. Nicht umsonst gehört Singapur zu den sogenannten Tigerstaaten, die es innerhalb weniger Jahrzehnte vom armen Entwicklungsland zum Industriestaat geschafft haben.

Auch wenn wir von anderen Reisenden vorher gehört hatten: “die perfekte Stadt“. Nein, perfekt ist sie nicht. Jedenfalls nicht, wenn Perfektion nur aus Ordnung, Entertainment und Moderne besteht. Ein bisschen fehlt es an Identität, wie ja auch zunehmend in vielen großen Innenstädten auf der Welt. Andererseits gibt es sicherlich noch mehr Positives, das man aber bei einem Kurzbesuch wie unserem nicht mitbekommt. Und vielleicht sind wir auch nur überkritisch, weil unsere Erwartungen aufgrund des allgemeinen Hypes um die Stadt etwas zu hoch waren. Sehenswert ist sie dennoch alle mal. Hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir wohl auch noch viel mehr zu entdecken gehabt.

Diese schöne Brücke ist schon etwas älter.

7 Gedanken zu „Singapur

    1. Nur für aufmerksame Leser wurde dieses Geheimnis gelüftet. Im ersten Bild kommst du der Antwort schon sehr nah. 😉

      Schöne Grüße an alle und auch nochmal Danke für deine administratorische Führung.
      Heil Admin!

    1. Kuala Lumpur hat einiges gemeinsam mit Singapur. So war das Bahnsystem ähnlich und die kulturelle Mischung mit Chinesen und Indern. Außerdem ähnelt sich das Bild der Wolkenkratzer der Banken. Kuala Lumpur ist insgesamt etwas weniger modern als Singapur und hat stellenweise mehr Schmutz (an frequentierten Orten jedoch auch sehr sauber). Die Parks fanden wir in Kuala Lumpur aber viel schöner, überhaupt im Vergleich zu allen anderen südostasiatischen Megastädten. Wir haben uns in KL insgesamt wohler gefühlt.

  1. Schade, dass ihr nicht genug Zeit für Singapur hattet. Naja ist halt zu teuer. Euer Bericht ist trotzdem total interessant. Was macht eine Metropole lebenswert? Geht das in so einer Megasstadt überhaupt? Kriminalität, Dreck und Schmierereien sind so was von übel aber die totale Überwachung und Ordnungswut sind auch ätzend. Gibt es irgendwo ein funktionierendes Mittelmaß oder ist der Mensch nicht für Megacities gemacht? Das Dorf Berlin funktioniert jedenfalls auch nicht. Das weiß jeder der jeden Tag auf den Straßen oder in den Öffis unterwegs sein muss.

    1. So viele tiefgreifende Fragen!
      Was macht eine Metropole lebenswert?
      Das muss letztlich jeder für sich selbst beantworten.

      Zunächst einmal, für uns funktioniert Berlin ziemlich gut (falls sich in der Zwischenzeit nicht zu viel verändert hat). Es gibt eine funktionierende Müllentsorgung, es gibt viel Freiraum in jeglicher Hinsicht. Grünflächen, ein florierendes kulturelles Leben, und im großen und ganzen ein gutes Miteinander (auch wenn dieses gerade unter der Schürung von Angst leidet, was aber wohl leider ein globales Thema ist). Nicht zu vergessen das vielfältige und gute Essen. 😛  Stressiger Verkehr zu den Stoßzeiten ist nervig, aber in einer Millionenstadt wahrscheinlich schwer eliminierbar. Ich glaube, wenn man in Südostasien unterwegs ist hat man zu “Dreck“ ein anderes Verhältnis und dagegen glänzt Berlin.

      Und du hast Recht, dass die totale Überwachung ätzend ist, vor allem, wenn dann noch so altmodische Urteile dazu kommen wie Prügeln oder die Todesstrafe (in Singapur). Was in Deutschland auch besser funktioniert als in vielen Ländern Südostasiens ist die Meinungsfreiheit und politische Mitbestimmung. Das ist jetzt vielleicht etwas ausschweifend, aber gehört zum Lebenswerten wie du es genannt hast in jedem Fall dazu.

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