Taman Negara – Alter Malaie

Taman Negara – Alter Malaie

Als wir aus dem Bus in Jerantut aussteigen, stehen wir erstmal auf einem großen leeren Parkplatz, wo wir gleich von einem Mann angesprochen werden, er bringe uns für nur 5 Ringgit zur Fähre. Das hört sich gut an, denken wir und steigen ein. Wir werden jedoch nicht direkt an der Fähre, sondern vor einer Touragentur rausgeworfen. Es warten dort bereits mehrere Touristengrüppchen. Als wir unser Fährticket gekauft haben, heißt es noch etwas warten und dann steigen alle in einen Minivan, der uns zum Bootsanleger bringt. Von hier hat man einen schönen Blick auf den sich schlängelnden ockerfarbenen Fluss.

Es erwartet uns nun eine dreistündige Bootsfahrt in einem niedrigen motorisierten Longtailboot. Wir gleiten ratternd über das Wasser… Anfangs sehen wir noch hinter ein paar Metern Uferstreifen die Ölplantagen durchscheinen. Doch mit der Zeit dringen wir immer tiefer in dichten Wald ein. Nach ein paar Büffeln, sehen wir auch Kinder irgend eines versteckten Dorfes am Wasser spielen. Schließlich erreichen wir unser Ziel, das Dorf Kuala Tahan, das ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark ist.

Von hier aus wollen wir also den ältesten Wald der Erde erkunden. Dieser befindet sich theoretisch auf der gesamten malaiischen Halbinsel, sofern erhalten. 130 Millionen Jahre – dieses hehre Alter konnte er aufgrund ewig konstanter Klimabedingungen und ausbleibender Katastrophen erreichen. Außerdem gab es hier im Taman Negara historisch kaum menschliche Störungen. Der Taman Negara ist deshalb so besonders, da es sich um einen echten Tieflandregenwald handelt und anderswo in der Region meist eher die bergigen oder steilen Flecken erhalten sind (da das Leben dort ja unpraktisch für die Menschen ist).

Schönheit vor Alter
Es gibt so einige Exoten zu entdecken.

Das Dorf Kuala Tahan ist recht beschaulich, es gibt nur wenige Straßen, eine übersichtliche Anzahl von Wohnhäusern und eine winzige Moschee. Viele der Einwohner bieten Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen an. Am Flussufer haben sich schwimmende Restaurants angesiedelt.

Blick von den schwimmenden Restaurants auf die andere Seite

Von hier aus kann man sich von kleinen Motorbooten zum anderen Ufer des Flusses Tembeling fahren lassen, der sich hier gabelt. Dort führen einige Wanderwege in den Wald hinein. Wir besuchen als erstes einen Baumwipfelpfad. Angeblich der längste Canopy Walk Way der Welt, aber gerade ist das letzte Stück gesperrt. Trotzdem schön, in dieser Höhe an den Baumkronen vorbei zu spazieren.

Danach besteigen wir den Berg Bukit Teresek von unglaublichen 344 Metern Höhe. Aufgrund der tropischen Schwüle sehr anstrengend, aber von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die bewaldeten endlosen Hügelchen. Naja, vergleichsweise endlos, hat der Taman Negara etwa die zweifache Größe Luxemburgs.

Am nächsten Vormittag machen wir eine kleine Rundwanderung. Dabei geht es hoch und runter und über einen kleinen Bach.

Zwischendurch kommen wir auch ans Flussufer heran. Der Blick ist toll auf eine Sandbank, den gegenüber liegenden Wald mit seinen imposanten Bäumen, und den mäandernden, über Steine und Vegetation hinweg plätschernden Fluss. Vogelgezwitscher und Gibbonrufe durchdringen die Ruhe – Fantastisch! Außer einiger bunter Schmetterlinge und Vögel sehen wir allerdings keine Tiere.

Am Nachmittag unternehmen wir eine kleine Bootstour flussaufwärts. Wir haben vorhin ein anderes deutsches Pärchen aus der Kölner Ecke getroffen und uns spontan zusammengeschlossen, um die Kosten zu teilen. Bei der Fahrt können wir gut die einzelnen alles überragenden Baumriesen und weiteren Schichten des Regenwaldes erkennen. Wenn man mittendrin im Wald ist, bekommt man das meist gar nicht so mit (da gibt es doch ein Sprichwort…).

Nach einer Weile hält unser Fahrer das Boot am Ufer und zeigt uns die Richtung, in der der “Wasserfall“, unser Ziel, liegt. Vielmehr handelt es sich um eine Stromschnelle, die wir nach ein paar hundert Metern erreichen. Außer uns sind noch einige andere badende Gäste dort. Uns genügt hier eine wohltuende Fuß- und Bein-Erfrischung im strömenden schwarzroten Wasser.

Lata Berkoh

Den letzten Abend lassen wir an der besagten Stelle am Fluss mit dem schönen Blick ausklingen. Sobald die Dämmerung einbricht, erwachen immer mehr Geräusche aus dem Wald. So sind wir beim Rückweg durch’s Dunkel von allerhand Insekten-, Frosch- und Vogellauten umgeben…

Abendstimmung

Hier noch ein paar weitere Impressionen…

Ohne Fleiß kein Preis… Die großen Termiten-Soldaten am Rand stehen zur Verteidigung bereit.

Fast wie im Wohnzimmer.

Nach dem schwitzig-feuchten Klima hier erwartet uns als nächstes eine willkommene Abkühlung!

3 Gedanken zu „Taman Negara – Alter Malaie

  1. Als Freund niveauvoller Fernsehunterhaltung fehlt mir auf dem Bild mit Antje und der Hängebrücke die Sprechblase: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“

  2. Hallo meine Lieben, ich bin begeistert was Ihr alles so erlebt! Diese Reise wird sicher immer bei Euch bleiben! Ich freue mich schon jetzt auf Eure persönlichen Berichte! LG Ingrid und Rainer

  3. Der älteste Wald der Erde!!! 130 Millionen Jahre. Das ist ja kaum zu glauben. Mächtig gewaltig E…
    Das war bestimmt ein super tolles Erlebnis. Ich habe nicht gewusst, dass es so etwas in Malaysia gibt.

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