Cameron Highlands – Tanah Rata

Cameron Highlands – Tanah Rata

Ein Minivan sammelt uns ein und bringt uns wieder zum Bootsanleger vor Jerantut, wo wir in einen größeren Bus umsteigen. Die Strecke führt uns langsam, aber stetig, immer bergauf, sodass wir bald schöne Blicke auf die bewaldeten Hügel haben. Nach 170 Kilometern erreichen wir Tanah Rata. Es ist kühl hier! Abends sinkt die Temperatur auf 15 Grad. Das sind wir gar nicht mehr gewöhnt! Eine Heizung haben wir nicht, so etwas kennen die Malaien nicht 😉 Dann kommen wenigstens mal die Pullover zum Einsatz, die wir sonst nur mit rumschleppen.

Die Cameron Highlands sind eine beliebte Wanderregion. So wundert es nicht, dass wir hier überdurchschnittlich viele Deutsche bemerken (Des Müllers ist das Wandern seine Freude, oder so ähnlich). Berühmt ist die Gegend für den großflächigen Teeanbau.

Bei unserer ersten Wanderung geht es steil bergauf in einen tollen Nebelwald. Die mystische Atmosphäre, die durch das von den Bäumen hängende Moos, die Farne und andere aufsitzige Pflanzen erzeugt wird, wird durch den Nebel noch verstärkt.

Es geht wieder steil und rutschig talwärts. Nach kleineren Feldern mit Bohnen, Gurken und Auberginen beginnen die Teeplantagen, die lustige runde Muster in verschiedenen Grüntönen in der Landschaft erzeugen. Ein Dorf der Orang Asli (Ureinwohner) schmiegt sich in die Szenerie. Der Weg führt uns mitten durch die schönen Teepflanzen.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Moped herum und erreichen ein paar schöne Aussichten. Leider sind viele Gewächshäuser aus Plastikplanen in der Landschaft verteilt, die der Schönheit einen kleinen Abbruch tun.

Auch die anderen Wanderwege führen durch schöne (Nebel-) Wälder, die sich ab einer bestimmten Höhe aufgrund der Wolkenbildung finden. Der anstrengendste Trail führt uns auf die Spitze des Berges Berembun, die uns dank des dichten Waldes keinen erhofften Weitblick bietet. Die angenehm kühlen Temperaturen lassen uns denoch fröhlich und beschwingt durch das üppige Grün wandern. Einmal kommen wir am Ende an einem Wasserfall raus. An sich total schön, jedoch wird die Idylle etwas durch herumliegenden Müll und Erpegeruch (Waschmittel) getrübt. Zumindest riecht’s wie zu Hause.

Mooswald…
… und seine blumigen Bewohner

Als sich eines Tages unsere Muskeln und Bänder von den Strapazen erholen müssen, laufen wir nur eine kleinere Runde durch den Ort und Wald, an einem kleinen Wasserfall und Fluss entlang, wobei wir die ganze Zeit einen vierbeinigen freundlichen Begleiter haben! An einer Erdbeerfarm sacken wir ein paar Früchte ein, um die fernheimatlich entstandenen Entzugserscheinungen zu stillen.

Unser neuer Freund

Wir machen auch eine geführte Tour mit, da sie uns von mehreren Leuten empfohlen wurde. Ziel ist der in der Gegend berühmte“Mossy Forest“. Der Mooswald, gelegen auf dem über 2000m hohen Berg Brinchang, soll besonders schön sein. Wir und die anderen Teilnehmer werden mit einem Jeep hingefahren. Wir haben einen sehr humorvollen jungen Guide, der uns viele Informationen vermittelt und ein paar hiesige wilde Gewürz- und Heilpflanzen zeigt, wie unter anderem Ingwer und Zimt. Angeblich ist unser Guide quasi mit Ureinwohnern aufgewachsen, da er zusammen mit ihnen zur Schule gegangen ist. Er erzählt zum Beispiel, wie diese gekocht haben. Reis oder Salz wurden nicht verwendet, dafür eine Art Kartoffeln, Fleisch und allerhand Gewürze. Ohne die interessanten Geschichten wäre die Tour wohl ein Reinfall gewesen, da der Wald recht klein, unspektakulär und nicht so schön ist wie die anderen, die wir bewandert haben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Wald durch die massenhafte Ankarrung von Touristen bereits sehr belastet ist.

Teeernte

Am Ende halten wir noch bei den Palas Boh Teeplantagen, wo erklärt wird, wie schwarzer Tee (fermentiert), grüner Tee (nicht fermentiert) und Oolong-Tee (semi-fermentiert) produziert werden. Auch dass die Teepflanzen eigentlich keine Sträucher, sondern große Bäume sind, wenn sie nicht beschnitten würden. Deshalb kann jede einzelne Pflanze circa 200 Jahre lang genutzt werden. Die Plantage hier wurde 1929 von einem Briten angelegt. Sprich, es handelt sich immernoch um die ersten eingepflanzten Teebäume, die jetzt 89 Jahre alt sind.

Zum Abschluss genießen wir nochmal diese wunderbare Landschaft und die kühle Luft um die Nase, bevor es uns dann weiter Richtung Norden auf die vielversprechende Halbinsel Penang verschlägt.

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