Luang Namtha

Luang Namtha

Mit dem Bus über den Mekong – so überqueren wir die natürliche Grenze zwischen Thailand und Laos. Gegen die Gebühr von 30 Dollar dürfen wir auch weiter ins Land vordringen (die Portugiesin vor uns muss 35 Dollar blechen). Unser Bus bringt uns zum Grenzörtchen Huai Xay, eher gesagt werden wir sechs Kilometer vor dem eigentlichen Ort rausgeschmissen, damit auch das Grundeinkommen der Tuk Tuk-Fahrer gesichert ist. Dieses nervige Prozedere werden wir in Laos noch öfters mitmachen müssen. Huai Xay macht aber einen recht guten ersten Eindruck auf uns, ein nettes entspanntes Örtchen. Wir laufen am Mekong entlang bis zum Hafen.

Abends besuchen wir Fort Carnot, eine um 1900 von den Franzosen erbaute Festung. Von dem noch erhaltenen Turm haben wir einen netten Ausblick auf den Ort und den Mekong.

Fort Carnot
Blick von oben
Huay Xai bei Nacht

Nach nur einer Übernachtung fahren wir weiter nach Luang Namtha. Am ersten Nachmittag leihen wir uns Mountainbikes und fahren ein bisschen durch die Gegend. Auf einem zu einem Tempel gehörigen Parkplatz steht ein Kleintransporter mit Kölner Kennzeichen! Die beiden Insassen sind seit einem halben Jahr unterwegs und über den Landweg von Deutschland hier hergefahren.

Wir radeln durch die ländliche Umgebung, an Reisfeldern entlang bis zu einem Fluss, an dem Kinder spielen. Die meisten Leute wirken eher reserviert uns gegenüber.

Am nächsten Tag machen wir eine 60-Kilometer-Mopedtour bis zum äußersten Norden Laos‘. Wir sehen Berge voller Kautschuk-Plantagen. Dörfer mit kleinen Hütten aus Bambus. Irgendwann fängt richtiger Wald an und es wird sehr urig, so wie wir es uns in Nordlaos auch vorgestellt haben.

Grün!

Den hübschen kleinen Wasserfall Pagnueng nutzen wir als Pausenstopp. Bei der Weiterfahrt kommen wir an einem riesigen, im Bau befindlichen Staudamm der Chinesen vorbei.

Staudammbau

Dann hört der Wald auf und wir fahren in eine offene Ebene mit Reisfeldern hinein. Am Horizont wird sie von einer Bergkette umschlossen, die bereits China sein müsste. Landschaftlich ein reizvoller Anblick. Der Ort Mueang Sing, unser heutiges Ziel, ist allerdings nicht toll. Die Leute scheinen eine Abneigung gegen uns zu hegen. Sie gucken sehr skeptisch, falls wir nicht gänzlich ignoriert werden. Vielleicht haben wir auch einfach einen schlechten Tag erwischt.

Auf der Rückfahrt halten wir nochmal an einem bildhübschen Dorf, mit einer Bambusbrücke über einen Fluss und barfuß im Matsch Fußball spielenden Kindern. Die Kinder winken fröhlich und wollen, dass wir mitspielen. Es ist eines der Dörfer der vielen ethnischen Minderheiten in dieser Region.

Unsere zweite Tour ist mit weniger Fahrstrecke verbunden. Ziel ist der Namdi Wasserfall. Es gibt hier einen beschilderten Rundweg für Wanderer. Wir folgen dem Pfad durch den Dschungel, der bald steil ansteigt.

Wir sehen große Tausendfüßer (nicht nachgezählt), eine Krabbe und andere interessante Tiere, Pflanzen und Früchte, immer begleitet durch das Rauschen des Flusses Nam Di.

Am Ende landen wir wieder im gleichnamigen Dorf, in dem auch unser Moped geparkt ist. Zwei kleine Mädchen rennen ängstlich weg, als sie Fabi sehen. Im Dorf gibt es ein Vorführhaus, das Besuchern die traditionelle Lebensweise der hier lebenden ethnischen Minderheit der “black thai“ zeigen soll. Die traditionelle Baumwollherstellung und das schwarze Färben mithilfe der Indigo-Pflanze werden auf einer Erklärtafel erläutert.

Dann laufen wir von hier eine Straße am Rand von Reisfeldern entlang. Die Landschaft und Szenerie ist wahnsinnig idyllisch. Es sind gerade Arbeiter auf dem Feld. Die Leute hier grüßen sogar und wirken uns gegenüber wohlgesonnener als in Mueang Sing.

Reisernte

Später auf dem Rückweg machen wir noch einmal Halt. Die Weite der Reisfelder und die Berge im Hintergrund sind ein echter Hingucker. Wir ruhen uns in einem Unterstand der Arbeiter von der heutigen Nachmittagshitze aus.

In direkter Nähe wird ein Feuer auf einer abgeernteten Fläche gelegt, das allerdings nach nicht allzu langer Zeit von allein wieder ausgeht.

Abgeerntete Flächen werden angezündet

Ein Laster fährt vorbei, die offene Ladefläche dicht mit stehenden jungen Menschen beladen. Als sie uns entdecken, starren wir uns erst gegenseitig voller Faszination an (wir, die Ausländer, für sie so bemerkenswert wie für uns der Anblick dieses Transports), dann winkt einer, wir winken grinsend zurück und plötzlich ist das Eis gebrochen: Allesamt winken wie verrückt und jubeln lautstark los, ein lustiger Moment!

3 Gedanken zu „Luang Namtha

    1. Hi,

      es gab eine Preisliste mit sämtlichen Ländern, deren Bürger einreisen dürfen. Die allermeisten “Länder“ müssen 30 US-Dollar für ein 30 Tage-Visum bezahlen. Das ist im Vergleich mit den Ländern Vietnam, Kambodscha und Indonesien ein völlig normaler Preis. Nur die Einreisen nach Malaysia und Thailand waren kostenlos für uns. Dafür gibt es dort öfters eine Touristenabgabe, sprich Kurtaxe, was es in den Ländern mit kostenpflichtigem Visum dafür nicht gibt.

      Warum ausgerechnet Portugiesen 35 Dollar bezahlen müssen, wissen wir nicht, aber anscheinend sind die politischen Beziehungen zwischen den Ländern ein klein wenig schlechter. Die Bürger der “sozialistischen“ und deshalb sicherlich befreundeten Nachbarn Vietnam und China müssen dagegen nur 20 Dollar für das Visum bezahlen. Dass es länderspezifische Einreisebestimmungen gibt, ist glaube ich normal.

      Schöne Grüße in die Heimat!

      1. Politische Antworten auf alltägliche Fragen haben oft kuriose Auswirkungen auf das wirkliche Leben. Ihr hättet es vielleicht mit „We come from GDR“ versuchen sollen. Man hätte euch vielleicht politisches Asyl angeboten. Oder Begrüßungsgeld. Egal.

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