Nong Khiaw

Nong Khiaw

Unser Bus- bzw. Minivanfahrer gibt stets richtig Gas, um dann bremsend um die vielen Kurven der bergigen Landschaft zu quietschen. Dieser Fahrweise sei Dank, hat eine ältere Frau arg mit ihrem Mageninhalt zu kämpfen. Nach Stundenlangem bangen und beten, den Abgrund und die nächste Kurve immer im Blick, erreichen wir endlich Nong Khiaw (ausgesprochen wie Nong Kiao). Wir überqueren den Fluss Nam Ou auf einer Brücke und können nur über die imposanten, steilen Bergformationen staunen.

Das Örtchen Nong Khiaw

Diese Brücke ist ein zentraler “Dreh- und Angelpunkt“, hier ist man nie einsam.

Die vielen hübschen Häuser des Dorfes sind typischerweise aus Bambus oder Stein und Holz. Abends ist viel los, die Leute kommen nach draußen, Kinder spielen auf der Straße…

Im Dorfkern

Vom Phadeng Aussichtspunkt, für dessen steilen Anstieg wir eine gute Stunde brauchen, haben wir einen tollen Rundum-Blick auf die Berge, Dörfer und den Fluss Nam Ou.

Weg zum Aussichtspunkt

Nach Sonnenuntergang gehen wir mit Taschenlampen durch die angenehm kühle Luft zurück, während viele Geräusche von Insekten erklingen und Glühwürmchen umher fliegen.

In der Umgebung gibt es viele weitere, wahnsinnig hübsche Dörfer. Als wir mit dem Moped Richtung Westen unterwegs sind, winken uns die Kinder oft fröhlich zu. Als wir Halt machen, kommen wir ins Gespräch mit zwei freundlichen Männern (einer übersetzt). In einem der Häuser findet offenbar eine kleine Feier mit Musik statt, wo wir durchaus willkommen sind.

Doch wir wollen noch mehr von der Gegend sehen, da wir uns kaum satt sehen können und es so viel zu entdecken gibt. Im Ort Muang Nambak, wo ein Holzhaus schöner ist als das andere, kommen gerade alle Kinder von der Schule und strömen mit Mopeds, Fahrrädern oder zu Fuß nach Hause. Außerdem finden wir noch eine abseits gelegene wunderschöne Brücke aus Bambus und Holz. An einer weiteren kleineren Brücke über einen Graben werkelt gerade noch ein fleißiger älterer Mann.

Östlich von Nong Khiaw befindet sich die Pha Tok Höhle. Diese diente den Dorfbewohnern während der amerikanischen Luftangriffe in den 1960ern als Unterschlupf. Die Gegend um Nong Khiaw war damals die am stärksten bombardierte Region von Laos. Was viele nicht wissen: Während des Vietnamkrieges hat Laos mehr Bomben abbekommen als Vietnam (sogar mehr als jemals ein anderes Land), in einem “geheimen Krieg“ der USA gegen den Kommunismus. Trotz Räumungen liegen noch immer Millionen gefährlicher versteckter Blindgänger im Land herum.

Eingang zur Höhle
Schutzwall in der Höhle
Warnschild Blindgänger

Danach radeln wir noch ein paar Kilometer weiter, es geht immer hoch (Schweiß lass nach) und im Affenzahn wieder runter (jippie). Die felsigen Karstberge ragen hinter dem Nam Ou und kleinen Dörfern imposant hervor.

Bei der Brücke braucht es etwas Vertrauen: Sie besteht nur aus ein paar unbefestigten Bambusstangen.

Diese Gegend beeindruckt uns sehr. Trotzdem müssen wir weiterziehen, da noch genug Strecke in Laos vor uns liegt, doch die Zeit durch’s Visum begrenzt ist. Unser nächster Stopp wird Luang Prabang sein.

3 Gedanken zu „Nong Khiaw

  1. Ohhh wie schön (und auch wieder Neues erfahren). Vor allem das letzte Foto mit dem gigantischen Sternenhimmel ist so super. Eure Erinnerungen und euer Reisetagebuch werden euch immer bleiben.

  2. Die Beiträge in eurem Reisetagebuch werden mir fehlen. Die Texte waren richtig klug und die Bilder oft atemberaubend. Habt ihr wirklich gut gemacht! Oft habe ich mich dann gefragt, wie ihr die Zeit und die Ruhe dafür gefunden habt. Es war jedenfalls auch für uns eine aufregende Zeit, in der wir euch aus der Ferne begleiten durften.
    Und jetzt ist es wohl an der Zeit, dafür „Danke!“ zu sagen. Und Chapeau!

    1. Danke für die blumigen Worte und auch für die Anteilnahme. Geteiltes Leid ist halbes Leid, wie man so schön sagt. Da wir mit den Beiträgen hinterher hinken, werden auch noch einige folgen.
      Uns haben die Beiträge auch geholfen all die Eindrücke zu verarbeiten und wenn es auch etwas Mehraufwand bedeutete, war es dank moderner Technik halb so wild. Und wenn die Erinnerungen langsam schwinden, wird sich die Arbeit nochmals bezahlt machen.

      Weihnachtliche Grüße nach Berlin von uns beiden und bis bald!

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